Fugenbildung

„Die Fuge“

Gott schuf das Holz, mal hart, mal weich.

Doch eins, sprach er, ist immer gleich,

es wird nie rasten und nie ruh ́n,

wird arbeiten, wird stets was tun.

Und so gab er dem Holz die Zellen,

jetzt konnt ́es schwinden und auch quellen,

doch als es schwand, wurd ́s plötzlich klar,

da war ein Stück, wo nichts mehr war.

Und da sprach unser Herr, der Kluge:

Mein liebes Holz, das ist die Fuge.

Trag sie mit Achtung und mit Stolz,

an ihr erkennt man dich als Holz,

auch Fugen sind ein Stück Natur,

begreif das Mensch,

sei nicht so stur.

von Andreas Marty

Warum entstehen Fugen?

Parkett ist entscheidend von den raumklimatischen Verhältnissen abhängig, so dass eine Veränderung der relativen Feuchte der Raumluft Auswirkungen auf den Holzboden hat.

Dies unterscheidet Holz von anderen (künstlichen) Bodenbelägen, wie zum Beispiel Vinyl-Designböden, Laminat, PVC etc. und stellt einen großen Vorteil da.

Holz ist ein hygroskopisches Material und bindet Wasser, wodurch es sich dem herrschenden Raumklima anpasst – Holzfeuchte und Volumen können sich somit verändern. Mit einer Holzfeuchte von 9 +/- 2% wird Parkett geliefert und verlegt. Dies entspricht einer Temperatur von 18 – 22°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 – 65%.

Dieses Normalklima soll im Jahresdurchschnitt erreicht werden. Jedoch wird es zwangsläufig im Sommer überschritten, quellen ist die Folge und im Winter durch Beheizung der Räume unterschritten, dann schwindet das Holz.

Unabhängig von der Beheizung durch eine Fußbodenheizung oder eine Konvektorenheizung entsteht in beheizten Räumen oft eine relative Luftfeuchte von nur 34 % und niedriger, so dass sich die Holzfeuchte unter 7 % reduziert. In solchen Fällen kommt es zwangsläufig zu Fugen im Holzboden.

Werkstoffbedingt ist dies auch bei versiegelten Parkettfußböden der Fall, weil Versiegelungsschichten den Feuchtigkeitsaustausch zwischen Holz und Raumluft nicht verhindern, sondern nur, ggf. etwas verzögern können. Die Versiegelung dient im Übrigen nicht dazu, den Parkettboden wasserfest zu machen, sondern sie dient dem Erhalt der Oberfläche.

Aus dem Zusammenwirken von Raumklima, Holzfeuchte und Heizungssystemen ergibt sich die Erkenntnis, dass Fugen bei Holzfußböden unvermeidbar sind. Fugenbreiten zwischen 0,3 und 0,8 Millimeter sind im jahreszeitlichen Ablauf als durchaus normal anzusehen.

Diese Fugen treten aber nur dann auf, wenn die Luftfeuchte in den betreffenden Räumen nicht kontrolliert und auch nicht gesteuert wird.

Fugen sind kein Zeichen von minderer Qualität des Parkett Holzbodens.

 

Wie kann man Fugenbildung vorbeugen, gegenwirken bzw. minimieren?

Die sich einstellenden Fugen können leicht durch zusätzliche Befeuchtung des Raumklimas, auch während der Heizperiode, zum Verschwinden gebracht bzw. verhindert werden.

Diese Verfahrensweise hat keine negativen Auswirkungen auf den Parkett Holzboden.

Wir empfehlen Ihnen unbedingt in jedem Raum ein Hygrometer (Luftfeuchtigkeit) und Thermometer (Temperatur) aufzustellen. Bei Bedarf lüften Sie regelmäßig. Sollte dies nicht ausreichend sein, stellen Sie entsprechende Trockengeräte bzw. Luftbefeuchter mit eingebauten Feuchtigkeitsreglern auf.

 

Reichen aufgehängte Behälter an Heizkörpern zur Luftfeuchtigkeitsanpassung aus?

Die an Heizkörpern angehängten Behälter reichen aufgrund ihrer geringen Größe nicht aus, um den Raumluft-Feuchtigkeitsbedarf konstant und in dem vorgeschriebenen Rahmen zu halten.

Sie fassen nur einen viertel bis einen halben Liter Wasser, während der Wasserverbrauch der Luft innerhalb von 24 Stunden in einem Zimmer von 16 m² Bodenfläche und normaler Zimmerhöhe ca. 2 – 4 Liter beträgt, um eine Luftfeuchte von 50 – 65 % zu erreichen.

 

Fazit:

Die Fuge ist hilfreich, denn sie erinnert den Bewohner an die Steuerung und Einhaltung der relativen Luftfeuchtigkeit – für die Werterhaltung Ihres Holzbodens und, ganz wichtig, für

das eigene körperliche Wohlbefinden. Schlechtes Raumklima führt zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall und/oder Kopfschmerzen.